Fliegen mit KindernWie Sie mit den Kleinsten stressfrei reisen können
Fliegen mit Kindern kann durchaus eine entspannte Reiseform sein, wenn man sie sorgfältig plant und sich auf die Bedürfnisse der Kleinen einstellt.
Endlich steht der lang ersehnte Sommer vor der Tür und die Urlaubsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wer mit Kindern reist, muss besonders sorgfältig planen. Erholsam sind die Ferien nur, wenn sich alle wohl fühlen. Planung einer Flugreise mit KindernDas fängt schon mit der Anreise an: Zu lange Auto- oder Bahnfahrten sind eine Strapaze für alle. Sollte man da nicht besser eines der günstigen Angebote der Fluggesellschaften annehmen? Ab welchem Alter kann ein Kind fliegen? Welche Probleme können auftauchen und vermieden werden? Die Vorbeugung beginnt bereits bei der Buchung. Ein gesunder Säugling darf ab einem Alter von acht Tagen fliegen. Dafür sollte man einen Mutter-Kind-Platz in der ersten Reihe reservieren, wo dann ein spezielles Babybett befestigt wird. Auch Kleinkinder sollten ihren eigenen Sitzplatz haben, wenn es sich um einen langen Flug handelt. Sie können zwar bis zum zweiten Lebensjahr gratis fliegen, aber stundenlang mit dem Schoß der Eltern vorlieb nehmen zu müssen, wäre Stress für alle und am falschen Ende gespart! Druckausgleich im Ohr durch Kauen oder SchluckenDie erste Hürde, die es zu nehmen gilt, ist der Start des Flugzeugs, bei dem der Druck im Passagierraum abfällt. Die Luft in unserem Mittelohr dehnt sich dabei aus und drückt das Trommelfell nach außen. Das ist unangenehm und kleine Kinder fangen dann oft zu weinen an. Das ist im Prinzip sinnvoll (wenn auch für alle anderen Mitreisenden nervtötend), denn durch heftiges Schluchzen und Schlucken wird der Druck wieder ausgeglichen. Die Ohrtrompete, die den Rachenraum mit dem Mittelohr verbindet, ist wie ein kleiner schlaffer Schlauch, der sich erst durch Schlucken oder Kauen öffnet. Man kann sich auch die Nase zuhalten und schnauben. Ein Knacken in den Ohren signalisiert dann den Druckausgleich. Noch unangenehmer ist für viele die Landung. Der Druck in der Kabine steigt langsam wieder an, im Mittelohr ist er aber noch niedrig. Dadurch werden das Trommelfell jetzt nach innen und die Ohrtrompete gleichzeitig zusammengedrückt. Das ist auch für Erwachsene manchmal schmerzhaft, wenn nicht bald ein Ausgleich herbeigeführt werden kann. Start und Landung beim Fliegen erleichternMit ein paar Tricks können diese Unannehmlichkeiten vermieden werden. Bei Start und Landung sollten die Kinder wach sein, denn der Druckausgleich im Ohr kann nur aktiv hergestellt werden. Den Kleinsten kann bereits das Saugen am Schnuller oder Stillen helfen, die Ohrtrompete zu öffnen. Trinken, ein Kaugummi zu kauen (eventuell ein Superpep bei Reiseübelkeit) oder ein Bonbon zu lutschen ist eine bewährte Maßnahme für die älteren Kinder. Das lenkt sie auch gleichzeitig ein bisschen ab, falls sie zum ersten Mal fliegen und aufgeregt sind. Sind die Schleimhäute ohnehin durch eine Erkältung oder Heuschnupfen geschwollen, gibt man jeweils 30 Minuten vor Start und Landung abschwellende Nasentropfen. Während des Fluges befeuchtet Meerwasser die trockene Nase. Sanfte Hilfe mit Homöopathie auf ReisenDie Homöopathie hält gegen Reiseübelkeit mit Erbrechen Cocculus D4 und Tabaccum D6 bei zusätzlicher Kreislaufschwäche bereit. Die beiden Schüßler-Salze Nr. 7 (Magnesium phosphoricum D6) und Nr. 9 ( Natrium phosphoricum D6) können sowohl abwechselnd vorbeugend gegeben werden als auch bei akuten Beschwerden: bei Übelkeit viertelstündlich eine Tablette Nr.7, bei Erbrechen viertelstündlich eine Tablette Nr.9. Zuletzt noch eine ungewöhnliche Maßnahme: Lassen Sie sich von der Stewardess zwei Trinkbecher, gefüllt mit erwärmten Tüchern, geben. Diese stülpen sie auf die Ohren des Kindes. Dadurch wird die Luft in den Gehörgängen außerhalb des Trommelfells erwärmt und der Druck sinkt. Ob sich ein ohnehin aufgebrachtes Kind dabei auch wirklich beruhigt? Probieren Sie es aus! Extra-Tipp für Kinder im FlugzeugNehmen Sie einige kleine Vorräte an Lieblingsspeisen mit, denn Kinder haben nicht immer zu den Essenszeiten an Bord Hunger. Außerdem mögen einige vielleicht die angebotenen Mahlzeiten nicht. Mit Getränken müssen Sie sich leider beschränken, seitdem nur noch begrenzt Flüssigkeiten mit an Bord genommen werden dürfen. Lassen Sie Ihre Kinder daher kurz vor dem Einchecken ausreichend trinken, damit sie nicht quengelig werden, wenn die Stewardess nicht gleich nach dem Start mit dem Lieblingssaft kommen kann.
Der Artikel Fliegen mit Kindern in Säuglinge & Kleinstkinder unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Fliegen mit Kindern ist Andrea Fettweis.
Ähnliche Artikel
Ähnliche Themen
Schlagworte
Mehr in Partnerschaft & Familie
|