Hilfe - mein Kind ist zu langsamDas Geheimnis einer glücklichen Kindheit
Gibt es tatsächlich Regeln, ab wann man etwas Bestimmtes können muss? Oder darf zumindest das Kleinkind noch ungeachtet aller Normen eine freie Entfaltung erfahren?
Kaum ist das Neugeborene auf der Welt, wird es mit Freude bestaunt und bewundert. Alles ist perfekt und selbst ein noch etwas verknittertes Aussehen kann das Frohlocken und die Versicherung, wie schön es doch sei, nicht verhindern. Doch die Schonfrist, in der alles perfekt ist, dauert manchmal nicht lange. Der neue Erdenbürger muss sich von früh an beweisen. Angestachelt durch Fachliteratur, wie sich ein Kind zu entwickeln hat oder durch die Lobeshymnen in Mutter-Kind-Gruppen auf das eigene Baby und dessen rasanten Fortschritte verunsichern gerade junge Erstmütter schnell. Kann mein Kind auch schon das Köpfchen heben oder ihn hoch halten? Ab wann muss sich ein Kind drehen können? Wann sitzt es, spricht oder gibt die ersten eindeutigen Worte von sich? Fragen über Fragen und ein vorsichtiges Beäugen der „Mutter-Kind-Konkurrenz“ sind oft die Folge. Hurra, die Leistungsgesellschaft hat begonnen ihre Fäden zu spinnen. Kinderschritte leicht gemachtDabei ist es viel wichtiger, sich an jedem Entwicklungsschritt zu freuen und nicht daran zu denken, ob das nun zu früh oder zu spät geschieht. Jedes Kind, selbst ein Baby wird mit einer Persönlichkeit geboren, die es einzigartig macht. Dazu gehört auch, dass jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus und Charakter hat und das eben schon von Geburt an. Wichtig ist nur, vom Kinderarzt feststellen zu lassen, dass die körperliche Entwicklung in einem normalen Rahmen verläuft und das Kind gesund ist. Alles andere findet sich. Manche Kinder krabbeln schnell, haben aber keine Lust sich auf die Füße zu stellen. Wozu auch, sie kommen ja überall hin? Andere sprechen oft sehr spät, dafür beginnen sie aber nicht mit Gebrabbel, das nur die Mutter versteht, sondern formen gleich kleine Sätze und richtige Worte. Manche finden es viel spaßiger von „Mama“ gefüttert zu werden und andere versuchen schon früh das Zepter beziehungsweise den Löffel zu übernehmen. So zieht sich das später weiter mit Fragen: Wie sozial verhält sich mein Kind, wie geht es auf andere zu, wie lange hält es am Rockzipfel der Mutter fest, wann lernt es Fahrrad fahren und so weiter. Dabei sind alle diese Dinge gar nicht so bedeutend, sondern das Wichtigste überhaupt ist, ob das Kind glücklich ist. Wenn der Sprössling irgendwann das Haus verlässt, spielt es denn dann wirklich eine Rolle, ob er mit zehn, zwölf oder gar vierzehn Monaten lief? Jedes gesunde Kind wird irgendwann laufen lernen. Geduld und Lässigkeit sind die besten Ratgeber, anstatt zu früh mit einem Stressprogramm zu beginnen. Kein Leistungsdruck im KleinkindalterDas Messen an anderen kommt früh genug und gerade frisch angekommene kleine Menschlein sollten das Recht haben, die Welt in aller Ruhe und ohne Erwartungen, die an sie gestellt werden, zu erobern. Das beste Rezept ein fröhliches und glückliches Kind groß zu ziehen, ist eine uneingeschränkte Liebe, die keinerlei Forderungen stellt. Je sicherer und geliebter es sich im Kreise seiner Familie fühlt, umso besser kann es sich nach außen orientieren und Neues ausprobieren. Die kindliche Neugier und Lebenslust wird den Rest schon regeln. So ist das ganz einfach, jeder Mensch ist ein Individuum und hat ein Recht darauf, alles zu seiner Zeit zu entdecken. Das Leistungsdenken sollte wenigstens in den ersten Lebensjahren ausgeklinkt werden.
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