Richtiger Schnuller fürs BabyEin kiefergerechter Schnuller beugt Kiefer- und Zahnschäden vor.
Möglichen Folgen des Schnuller-Nuckelns kann mit kiefergerechten Produkten vorgebeugt werden. Wie Sie Ihrem Kind den Schnuller zum Beruhigen und Einschlafen abgewöhnen.
Viele Babys benötigen zum Einschlafen einen Schnuller; beziehungsweise zur Beruhigung, wenn sie tagsüber unruhig sind und schreien. Wichtig ist, dass die Eltern darauf achten, dass der Schnuller ihres kleinen Lieblings kiefergerecht ist. Als Grundregel dabei gilt: Der Schnuller sollte in Form und Größe dem Mund beziehungsweise dem Gaumen des Kindes angepasst sein, das bedeutet: ein flacher weicher Saugteil an beiden Seiten und eine angeflachte, schmale Auflage für die Kieferleisten und die Lippen. Kiefergerechte Schnuller fürs BabyEin Problem ist: Kiefergerecht, orthodontisch, anatomisch oder naturnahe bezeichnen mittlerweile die meisten Schnuller-Unternehmen ihre Produkte. Tatsächlich wird im zirka 150 Seiten umfassenden TÜV-Bericht - der für die Zulassung eines Schnullers auszufüllen ist - jedoch keine einzige Frage dazu gestellt, ob der Schnuller kiefergerecht ist. „Es gibt sogar Produkte am Markt, die ich als Körperverletzungsschnuller bezeichnen möchte“, übt der Kufsteiner Kieferorthopäde Dr. Herbert Pick Kritik. „Dies sind solche, die einen sehr dicken Schaft besitzen. Diese Schnuller führen zum sogenannten ,offenen Biss’, da sich das Kiefer darauf einstellt, dass kein Zusammenbeißen der oberen und unteren Vorderzähne möglich ist.“ Entwicklung des Kiefers von Baby und KleinkindZur Hintergrund-Info: Die Zunge spielt bei der Entwicklung des Kiefers eine ganz entscheidende Rolle. Wenn Babys und Kleinkinder allerdings einen Schnuller im Mund haben, drückt dieser auf das Gaumendach und das viele Stunden lang. Die Kieferseite wird nicht berührt. Dadurch entwickelt sich das Gaumendach etwas nach oben und der Oberkiefer wird schmäler als der Unterkiefer. Es entwickelt sich der Kreuzbiss. Dr. Pick hat selbst nach 15 Jahren Forschungsarbeit einen eigenen Schnuller auf den Markt gebracht, der das Problem massiv reduzieren soll. Er ist so geformt, dass er nicht das Gaumendach berührt, aber die so genannte Zahnleiste. Dies führt dann zur erforderlichen Verbreiterung des Oberkiefers. Kreuzbiss durch intensives Schnuller-NuckelnAuslöser für die intensive „Entwicklungsarbeit“ Dr. Pick’s war übrigens sein eigener Sohn, geboren 1988, der auch durch intensives Schnuller-Nuckeln einen Kreuzbiss bekommen hat. „Ich erkannte das Problem schon, als er noch nicht einmal zwei Jahre alt war“, erinnert sich der Experte zurück. „Eine Behandlung ist aber erst ab drei bis fünf Jahren möglich. Es ist generell ein Problem beim Kreuzbiss, dass man nur sehr wenig verbessern kann. Zwar lassen sich die Zähne ausrichten, aber der Schaden am Kiefer ist ein bleibender. Viele Kinder bekommen dadurch sogar ein schiefes Gesicht…“ Ran ans Schnuller-AbgewöhnenSpätestens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr sollte jedes Kind lernen auf den Schnuller zu verzichten. Bis zu diesem Zeitpunkt kann das Wachstum des kindlichen Kiefers eventuelle Schäden nämlich noch einigermaßen ausgleichen – danach nicht mehr. In der Regel gibt sich das Bedürfnis des Babys am Schnuller zu nuckeln schon im Verlauf des ersten Lebensjahrs. Bei größeren Kindern ist der Schnuller im Mund oft zu einer Angewohnheit geworden, die sie nicht freiwillig aufgeben. Das macht das Abgewöhnen des Schnullers so schwierig. Wie entwöhnen die Eltern am besten? Die meisten entscheiden sich für einen radikalen Schritt, bei dem der Schnuller zum Beispiel im Urlaub verschwindet. Als Hilfen bieten sich auch Geburtstage an, an denen der Schnuller gegen ein Geschenk eingetauscht werden kann. Ebenso können feierliche Zeremonien, in deren Verlauf der Schnuller im Garten vergraben wird, bei Kleinkindern erfolgreich sein.
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