Wehen während der Schwangerschaft und Geburt

Geburtswehen, Senkwehen, Übungswehen, vorzeitige Wehen

01.01.2010 Tanja Guserl

Viele schwangere Frauen fühlen sich beim Thema Wehen unsicher. Sind es nur harmlose Übungswehen? Wie fühlen sich Geburtswehen an und was ist dann zu tun?

Bei manchen Frauen beginnt es schon im letzten Drittel der Schwangerschaft immer wieder im Bauch zu ziehen. Gerade Erstgebärende fragen sich dann, ob es jetzt los geht, das Baby zu früh kommt oder es doch nur falscher Alarm ist. Das ist ganz normal. Es hilft zwar manchmal sich mit erfahrenen Müttern zu unterhalten, da aber jede Frau Schwangerschaft und Geburt individuell erlebt, gibt es kein Patentrezept. Auch, wenn Wehen sehr unterschiedlich erlebt werden, gibt es aber typische Merkmale für die jeweilige Wehenart.

Übungswehen

Wann?

Übungswehen können ab der 20. Woche auftreten. Am häufigsten erleben Schwangere Übungswehen zwischen der 27. bis 32. Woche.

Warum?

Die Gebärmutter übt für den Ernstfall mit gelegentlichem Zusammenziehen (Kontraktionen) der Muskulatur. Bei Überanstrengung können Übungswehen gehäuft auftreten.

Wie fühlt es sich an?

Übungswehen werden mit einem hart werden des Bauches beschrieben. Dies kann nur leicht spürbar bis hin zu unangenehmen Ziehen erlebt werden. Übungswehen treten unregelmäßig mit stunden- oder sogar tagelangen Pausen auf.

Was ist zu tun?

Bei Übungswehen sollte man versuchen sich zu entspannen. Am besten hinlegen und die Füße leicht hoch lagern. Wenn Übungswehen in kurzen, regelmäßigen Abständen auftreten und nicht mehr aufhören oder als schmerzhaft erlebt werden, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Senkwehen

Wann?

Senkwehen können ungefähr ab der 36. Woche auftreten.

Warum?

Das Baby sucht den Weg zum Becken und rutscht langsam in die richtige Richtung. Allerdings bedeutet der Vorgang nicht automatisch, dass der Kopf auch bereits in den Beckeneingang eintritt.

Wie fühlt es sich an?

Senkwehen fühlen sich meist wie Rückenschmerzen oder wie ein Muskelkater in Oberschenkel oder Leisten an. Dazu kommt ein vermehrter Druck auf das Schambein. Auch bei Senkwehen verhärtet sich der Bauch in Abständen.

Was ist zu tun?

Bei starken, regelmäßigen Schmerzen, die auch bei Wärme (Badewanne) und Entspannung nicht nachlassen, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Vorzeitige Wehen (Vorwehen)

Wann?

Vorwehen können während der gesamten Schwangerschaft auftreten.

Warum?

Vorwehen werden auch umgangssprachlich als wilde Wehen bezeichnet. Sie gehören zu den Dehnungs- und Einleitungs-Prozessen vor der Geburt. Der Gebärmutterhals verkürzt sich und der Muttermund öffnet sich langsam.

Wie fühlt es sich an?

Vorwehen können in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Wie starke Regelschmerzen oder ähnlich Geburtswehen. Im Unterschied zu Geburtswehen kommen Vorwehen und gehen wieder.

Was ist zu tun?

Da Vorwehen zu einer Frühgeburt führen können, sollte man in jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Vorwehen werden häufig durch Überanstrengung oder Stress (körperlicher oder seelischer Überforderung) ausgelöst. Da auch Dehydrierung eine Ursache für Vorwehen sein kann, sollte man regelmäßig und ausreichend trinken.

Geburtswehen

Wann?

Wenn Wehen ab der 37. Woche eintreten und die Geburt einleiten, spricht man von Geburtswehen.

Warum?

Die Kontraktionen der Gebärmutter (Wehen) schieben das Baby nach und nach durch den Geburtskanal.

Wie fühlt es sich an?

Geburtswehen sind meist sehr intensiv und kommen in regelmäßigen, immer kürzer werdenden Intervallen. Sie werden als ein starkes Ziehen im Unterbauch bis in die Oberschenkel erlebt. Meist sind Geburtswehen an Nebeneffekte wie plötzlich auftretender Durchfall (natürliche Leerung des Darms) und leichte Blutungen gebunden.

Was ist zu tun?

Bei regelmäßigen Wehen, Schmerzen und wenn man einfach das Bedrürfnis hat, sollte man in die Klinik fahren oder eine Hebamme kontaktieren.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel fachlichen Rat durch einen Arzt nicht ersetzen kann.

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